Und heute?

Geblieben sind die kleinen und großen Schwierigkeiten bei der Aufzucht eines Menschen. Hinzukommt sicher der bärenstarke Wille meines Sohnes und die immer mal wieder auftretenden Angstgefühle. Ich bin kein Mensch, der ein unerschütterliches Vertrauen in die Schulmedizin hat. In manchen Situationen ist es großartig, dass wir in einem hochentwickelten Land mit unzähligen medizinischen Möglichkeiten leben. Dafür können wir sehr dankbar sein. Beim Blick über den Tellerrand eröffnen sich einem aber noch unzählige Möglichkeiten, die ebenso oder vielleicht noch besser helfen. Wenn es um das Thema Ängste geht, dann gibt es in der Schulmedizin nicht wirklich viele Herangehensweisen. Einzig der Gang zum Psychotherapeuten oder Psychologen hätte uns vielleicht ein Stück weit geholfen. Aber eine Gesprächstherapie mit einem Kleinkind? Ich weiß nicht so richtig, ob das die optimale Lösung ist. Also habe ich mich auf den Weg gemacht, meinem Kind zu helfen, ohne dabei die Hilfe von Tabletten oder ähnlichen chemische Keulen in Anspruch zu nehmen.

Bei meiner Suche bin ich auf die Aromatherapie im Allgemeinen und Bettina von aetherio im Besonderen gestoßen. Ich war wie immer ein bisschen skeptisch und habe vor meiner Bestellung sogar per E-Mail nochmal genauer nachgefragt. Das besondere bei der Aromatherapie von aetherio ist, dass es sich um Sprays handelt, die man als Mama oder Papa ganz unauffällig auf den Lieblingskuschelbären oder die Kuscheldecke sprühen kann. Und hat es was gebracht? Oh ja, dass hat es. Es gibt immer wieder Phasen in unserem Leben, in denen mein Sohn Angst vor nahezu allem hat. Das SOS Monsterspray hilft uns dann meistens weiter.

Aber es gibt nicht nur Sprays für Babys und Kinder, sondern auch für Mamas und Omas. Auch ich benutze in Situationen, in denen mir alles ein bisschen über den Kopf wächst, ein Spray von aetherio. Das Mama Helferspray Runterkommen mit Lemongrass Kamille. Ich sprühe es mir meistens an eine unauffällige Stelle auf meiner Hose und nehme einen tiefen Atemzug. Ich merke richtig, wie ich mich dabei entspanne.  

Wie wir eine Kommode bauten… (Teil 2)

Es ging ihm gut. Diese Nachricht bekam ich an diesem späten Abend im Jahr 2014. Erstaunlicherweise brauchte er auch keinen Sauerstoff. Er war „nur“ zu leicht und nahm gleich am ersten Tag 50g zu. Eine Schublade gab es dafür nicht. Kinder die in der 34 SSW mit diesem Gewicht geboren werden, gab es in diesem Krankenhaus in den letzten Jahrzehnten nicht.  

Den ersten Kontakt zu und mit meinem Sohn hatte ich dann am nächsten Tag. Wie es für mich war? Auf der einen Seite war ich unendlich erleichtert, ihn putzmunter zu sehen. Auf der anderen Seite fand ich die ganze Atmosphäre auf der Neonatologie zu diesem Zeitpunkt noch fremd. Das sollte sich in den nächsten Wochen allerdings ändern. An die Fremdbestimmung in dieser Zeit gewöhnte ich mich allerdings nicht. Ich ließ mich nach 6 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen und ließ meinen Sohn vorerst allein zurück. Natürlich war ich viele Stunden am Tag bei ihm im Krankenhaus. Aber ich nahm mir das Recht heraus wieder zu gehen und hatte dadurch die Möglichkeit kurze Verschnaufpausen zu Hause zu genießen. Meine Entscheidung traf auf sehr viel Unverständnis von Seiten des medizinischen Personals und steckte mich in so manche nicht sehr freundliche Schublade. Es war eine sehr nervenaufreibende Zeit für uns als Familie und diese Zeit prägt uns bis heute.

Es ist Zeit des Wochenbetts die uns fehlt. Dieses einander kennenlernen, miteinander kuscheln und Nichtstun fehlt uns. Natürlich haben wir die Känguru-Methode genutzt. Dabei wird das Baby eine Weile auf die nackte Brust von Mama oder Papa gelegt. Die meiste Zeit saßen wir allerdings „nur“ an seinem Brutkasten und haben mit ihm gesprochen und ihm Lieder vorgesungen.

Ich weiß, wir waren trotz allem in einer sehr komfortablen Situation, da es keine medizinischen Zwischenfälle gab und gibt.

Das einzige Problem, dass mein Sohn in dieser Zeit hatte, war ständiger Hunger. Damit hielt er die Schwestern ziemlich auf Trapp. Stillen funktionierte bei uns beiden leider nicht wirklich gut, sodass wir es nach einigen Versuchen eingestellt und ich auf die Milchpumpe zurückgegriffen habe. Heute weiß ich, dass uns eine gute Stillberaterin an dieser Stelle hätte weiterhelfen können.

Nichtsdestotrotz nahm mein Sohn schnell zu und zog von seinem ersten Zuhause, dem Brutkasten, in ein offenes Wärmebett um. Eine ziemliche Umstellung, da er damit auch die Überwachungskabel zurückließ. Er verbrachte sein erstes Weihnachtsfest und auch seinen ersten Jahreswechsel im Krankenhaus. Nach fast 8 Wochen durften wir ihn endlich mit nach Hause nehmen und dieses Ereignis stand sogar in der örtlichen Tageszeitung.

Zu Hause mussten wir unseren Alltag finden. Aber erstmal waren wir froh, endlich dem Krankenhaus entkommen zu sein. Unsere liebsten Menschen wollten nun endlich das neue Familienmitglied begrüßen und willkommen heißen. Vielleicht war ich ein bisschen komisch. Aber solange unser Sohn im Krankenhaus lag, wollte ich nicht, dass Familie und Freunde Fotos von ihm sehen oder ihn besuchten.

Meine Schublade für diese Zeit ist die der Löwenmama und sie passt bis heute. Wenn es um meinen Sohn geht, bin ich überkritisch und wenig tolerant. Aber ich arbeite daran.    

Wie wir eine Kommode bauten… (Teil 1)

Ja, wie beginnt nun meine oder besser gesagt unsere Geschichte?

Bis ungefähr zur 20. SSW verlief meine Schwangerschaft ohne nennenswerte Zwischenfälle. Außer vielleicht, dass ich in der ersten Schublade Erstspätgebärende (oder so ähnlich) steckte.

Also alles war gut bis mir bei einer Untersuchung aufgrund meines hohen Alters von 37 Jahren mitteilt wurde, dass mein Baby im Vergleich zum letzten Mal nicht gewachsen ist und mir mit sofortiger Wirkung ins Beschäftigungsverbot schickte. Mein Chef war begeistert und ich auch.

Mit dieser Information konnte ich nicht wirklich etwas anfangen. Was ist mit meinem Baby? Ich war überfordert und zu meiner großen Überraschung die Ärzte mit mir.

Hatte ich Angst? Nein! Ich hatte von Beginn an eine magische Beziehung zu meinem Sohn. Ich habe mit ihm in meinem Bauch geredet und er hat mir gezeigt, dass es ihm gutging. Ich wurde immer genervter und mein Blutdruck stieg. Meine Symptome wollten nicht so richtig in eine Schublade passen. Das schlimmste an der ganzen Sache für mich war, dass es in keiner Sekunde um mich und meine Gefühle ging. Um was es ging? Es ging um die Frage, woran es denn nur liegen könnte.

Ich fuhr nicht mehr Auto, musste jede Woche zum CTG und ansonsten passierte nichts.  Bis zu dem Tag an dem ich zur Geburtsplanung ins Krankenhaus musste. Der Ultraschall zeigte wie immer das gleiche Bild. Mein Baby ist gut versorgt und es gibt genug Fruchtwasser. Leider lag er falsch, sodass es wohl auf einen Kaiserschnitt hinauslaufen würde. Die Schätzung zum Gewicht lagen bei über 1000g. So weit so gut. Das CTG gestaltete sich, wie die letzten Wochen zuvor auch schon, ein bisschen schwierig. Mein Sohn hatte schlichtweg keine Lust mehr drauf und drehte sich einfach um. Er hatte ja genug Platz im Bauch. Daher fanden die Ärzte keinen Herzschlag und verfielen in Panik. Sie fanden ihn dann doch noch, weil sich mein Sohn nach ein bisschen gutem Zureden doch noch drehte. Trotzdem sollte ich doch lieber im Krankenhaus bleiben. Nur so zur Sicherheit. Und was machte ich? Ich war bockig und wollte nur nach Hause. Ich hatte so die Nase voll, von Menschen, die es angeblich alles besser wissen als ich und die einem immer noch einen guten Ratschlag oder ein böses Wort für mich hatten. Es redeten 5 Mediziner auf mich ein und erreichten nichts. Letztlich überzeugte mich mein Mann, dass es vielleicht doch besser wäre. Ich erkämpfte mir eine zweistündige Pause um meine Tasche zu packen und wieder zu kommen. Tränenüberströmt verließ ich das Krankenhaus. Die Schublade diesmal hieß eine verantwortungslose Frau.

Als ich nach genau 2 Stunden wiederkam, das gleiche Spiel. Es wurde ein CTG gemacht und wieder fanden sie keinen Herzschlag. Der diensthabene Mediziner hatte nicht so viel Geduld, sondern ordnete umgehend einen Notkaiserschnitt an. Das OP-Team wurde zusammengesucht, da es mittlerweile gegen 18 Uhr war. Ich wurde rennend in den OP-Saal geschoben und durfte zur Krönung des ganzen auf dem OP-Tisch noch die Einwilligung zur OP unterschreiben. Das nächste an das ich mich erinnere ist, dass ich mein zuvor noch mit Genuss gegessene Käsebrot auf meiner Bettdecke verteilte. Was war mit meinem Sohn? Ging es ihm gut? Das erfuhr ich erst einige Zeit später in meinem Krankenzimmer. Die Mediziner waren erleichtert und froh, dass alles so gut ausgegangen ist, aber eine Erklärung hatten sie nicht.